Chronik - Kanuabteilung

NANU, KANU ? Dieser Spruch kam 1991 mit einem Mal in Umlauf (von Klaus Meyer verbreitet). 1991 gründeten wir offiziell eine Kanu- Wanderabteilung im SVL, und zwar mit dem Anschluss an den Landeskanuverband Niedersachsen und den Deutschen Kanuverband.

Die Idee wuchs von 1988 an, als wir (Familie Urban) zunächst ganz privat einen Wander-Einerkajak, einen Kinderkajak und einen Wanderkanadier als gebrauchte Boote kauften, um auf den umliegenden Gewässern zu paddeln, die Landschaften zu erkunden – und das an der frischen Luft mit viel Bewegung und ohne Verkehrsstress. Spontan schloss sich Familie Klages ebenfalls mit drei Booten an. Wir machten Touren auf der Lahn, der Sauer und hier in der Umgebung auf Hamme, Wümme, Örtze, Oste und Hunte. Es machte uns allen, vor allem den Kindern, die im SVL auch andere Sportarten betrieben, riesigen Spaß.

1989 nahm ich in der Eigenschaft als stellvertretender Sportwart an einer Schulung des Kreissportbundes in Bredbeck teil, wobei man u.a. über Strategien nachdachte, Mitglieder in Sportvereinen mit Neuerungen anzuwerben, zu motivieren und dem ganzen Vereinsleben neue Impulse einzuhauchen, um der Säkularisierung unseres hektischen Alltages, nebst Flimmerkiste, entgegenzuwirken. Ein Fazit dieser Tagung war: Förderung des Breitensports mit vielfältigen Angeboten unterschiedlicher Sportarten in den Vereinen. Im gleichen Jahr machten wir auch schon die Kanu-Schülerspiele in Verden mit. – Eine neue Erfahrung für die Kinder.

Bootstaufe 1996

Also, das war’s – eine Kanuabteilung im SVL! Um eine solche Abteilung auf die Beine zu stellen mussten 1. Know How; 2. Boot- und Rettungsmaterial, 3. Unterbringung desselben und 4. Transportmittel her. Nun liefen viele Entscheidungen parallel an, da wir ja auch keinen Sommer verpassen wollten: der Kauf mehrerer gebrauchter Boote, der Kauf eines preiswerten Anhängers, der im Schulzentrum- Vegesack (SZV) einen entsprechenden Aufbau erhielt, Anschaffung von Rettungsmitteln, Aussuchen und Überzeugen von Sponsoren – der SVL sollte ja nicht zu sehr belastet werden. Und man wusste ja nicht, wie eine solch „exotische Sparte“ von den Mitgliedern angenommen würde. Nachdem ich meine Lehrbefähigung zur Beschulung im Kanusport am WIS/Bremen erlangte, führte ich im SZ- Vegesack ebenfalls eine Kanuabteilung ein. Dort wurden uns Mittel zur Beschaffung von Kanumaterial über einen Innovationspool vom Senat bereitgestellt.

Um auf diese Weise schneller zu einem besseren Angebot für beide Kanuabteilungen zu kommen, verknüpften wir diese durch einen Fusionsvertrag mit dem Senator für Bildung, Wissenschaft, Kunst und Sport in Bremen. Somit haben die Schule wie auch unser Verein gleichermaßen Zugriff auf alle Materialien. Dadurch konnten wir vom Verein aus schon viele Fahrten mit bis zu 15 Teilnehmern veranstalten.

In jedem Jahr nahmen wir an den Marathonrallyes auf Aller, Weser und rund um Bremen teil. Wir besuchten weiterhin die Kanu- Schülerspiele in Verden und unternahmen diverse Fahrten auf den Gewässern in unserer Umgebung. Auch im Schwaneweder Ferienprogramm konnten wir in jedem Sommer das schöne Angebot einer Hamme-Fahrt für 15. Jugendliche anbieten.

1995 gab es dann noch einmal einen Schub nach oben: Sponsoren wie die H.-E.-Precht-Stiftung, die Ortsbeiräte Leuchtenburg, Löhnhorst, Schwanewede und Vegesack, der Förderverein des Schulzentrums Vegesack u.a.m. ermöglichten uns die Beschaffung von weiteren fünf Booten nebst Ausrüstung. Parallel dazu beschafften die Fußballer den großen Container auf dem Sportplatz, von dem sie der Kanuabteilung die Hälfte zum Verstauen der Boote überließen. Bis dahin waren diese in einer Garage der Schule und auch in meiner eigenen untergebracht.

Kanutour im Spreewald 1998

Durch die Schule haben wir auch gute Beziehungen zur Lürssen-Werft, die uns dabei unterstützte, die gebrauchten Boote grundlegend zu überholen. Teure Materialien wurden uns von der Werft dazu zur Verfügung gestellt. Somit konnten sich diejenigen, die mitpaddeln wollten, unter 12 Booten eines aussuchen.

Wir haben die meisten Schiffe auf Kleinflußfahrten eingesetzt, sind mit den Gatz-Kanadiern und Neckey-Kajaks auf den Bodden im Darß gefahren. Wir haben unsere 4 Wildwasserboote in Hildesheim getestet und Wellen der Ostseedünung in Schweden abgeritten. Auch für Wanderfahrten sind die Boote fast alle einsetzbar.

Heilfroh war ich, als sich ein Kollege vom Schulzentrum Vegesack begeisterte und schließlich vollends mit einstieg, (privat) einen weiteren Bootsanhänger baute, den er mit einsetzen will, die Lehrbefähigung „Kanusport“ erlangte und schon ab 1996 Kanutouren mitorganisierte und mitfuhr: Jürgen Bleimeister. Wir erkundeten den Spreewald, die Fulda, die Hase, veranstalteten in Ohlenstedt Kenterübungen und machten die Marathonrallyes mit. Das ermutigte mich, weitere „Bettelbriefe“ loszulasen.

Zweck der Sache war die Anschaffung einiger Einerkajaks und eines Zweierkajaks, um durch die nun verbesserten Transportmöglichkeiten ein breiteres Angebot offerieren zu können. Hier hat sich ein weiteres Mal die H.-E.-Precht-Stiftung mit DM 6800,-- spontan großzügig gezeigt. Des weiteren erhielten wir vom Förderverein des Schulzentrums Vegesack DM 1200,-- und vom Beirat Vegesack noch einmal DM 1000 ,--. Das sind alles Spenden für das Schulzentrum Vegesack, und wir kauften einen Zweierkajak und 3. Einerkajaks. Für den SVL bezuschusste die Gemeinde Schwanewede ein gut laufendes Wanderboot „Perception“ für DM 1575,--. Nun können wir mit 17 Booten und zwei Trainern in die neue Paddelsaison starten!

Autor: Hans Jürgen Urban